Lac Saint Jean

Der See ist wie vieles in Quebec scheinbar heilig. Sein Ufer weist eine Gesamtlänge von mehr als 430km auf, er ist das drittgrößte Binnengewässer Quebecs und umsäumt vom Grün der borealen Wälder. Wenn das keine Gründe sind, ihn unter die Lupe zu nehmen, dann liefere ich euch jetzt noch welche. Unser Highlight – Besuch des Zoo Sauvage!

Lac Saint Jean

Blick auf Lac Saint Jean

Camping Dam-en-terre/Alma

Nicht nur der See ist heilig, nein, wir haben uns in seiner Seele einquartiert. Nach guten 200km und knapp 4 Stunden Fahrt von Baie-Saint-Paul , haben wir unseren auserwählten Campingplatz – Dam-en-terre – in Alma erreicht. Ganz gegen unsere Gewohnheiten, einen Zeltplatz außerhalb eines National- oder Naturparks, dafür mit dem Versprechen ideal für Kinder zu sein.

Schon bei der Einfahrt, war Kind Groß begeistert, denn sie konnte uns auf Englisch! anmelden und erspähte sogleich den Pool. Wir, seelisch und moralisch auf das „andere“ Campingerlebnis eingerichtet, mussten uns kurz sammeln. Natürlich hatten wir den gebuchten Platz in erster Reihe zum See bekommen. Dennoch waren wir einen kleinen Moment überrascht, wie frei und einsehbar unsere Parzelle tatsächlich war. So typisch Ostsee, weniger Kanada. Aber egal. Wir bauten auf und stellten alles so, dass wir am Abend eben doch nicht ganz gesehen werden konnten. Die Mädels tollten auf der Wiese und big J erkundete das Areal mit dem Roller.

Stellplatz in Alma

Stellplatz in Alma

Kinder beim Campen

Kinder beim Campen

unser Stellplatz

unser Stellplatz

Das Aufbauen ging leicht von der Hand und der Campingplatz, hielt was er versprach! Viel Entertainment für Kinder. Einen großen Pool, mit Babybereich, ordentliche Sanitäranlagen, Waschmöglichkeit und am Abend ein Lagerfeuer mit Blick auf den See, da konnten wir die Offenherzigkeit vergessen.

Zoo Sauvage – de St. Félicien

Zoo Sauvage ist ein Zoo der ganz besonderen Art, denn er ist mehr als ein gewöhnlicher Zoo. Was ihn so besonders macht? Der zugehörige sogenannte »Nature Trail Park«. Das der „normale“ Zooteil, riesig & gut gepflegt ist, Gehege erstaunlich groß sind, Wege Kinderwagen und Rollstuhl freundlich sind, sei hier nur kurz erwähnt. Im Sommer gibt es Wasserspiele zum erfrischen und am Abend, beim nächtlichen Besuch der »Anima Lumina«, eine Nachtwanderung der ganz besonderen Art.

Der Nature Trail Park

Als Teil des Zoos ist der Eintritt im Ticket inklusive und ein absolutes Muss. Ganz Mutige, können eine geführte Tour mit Laufanteil machen. Insbesondere mit kleinen Kindern oder Babys ist eine Fahrt mit der parkeigenen Tschu-Tschu-Bahn, perfekt!

Tschu-Tschu-Bahn im Zoo Sauvage

Tschu-Tschu-Bahn im Zoo Sauvage

Wir waren tatsächlich ein wenig aufgeregt, denn vom Bahnhof aus, konnte man nicht einmal erahnen, welche Weiten und Schätze sich hinter dem Zaun befinden. Als sich die Türen öffneten huschten wir schnell ganz hinten rein, damit wir zumindest in eine Richtung immer freie Sicht hatten. Kaum das wir uns gesetzt hatten, zuckelte die Bahn mit einem obligatorischen Tuuut-Tuuut auch schon los.

wir im Zoo Sauvage

wir im Zoo Sauvage

Was als nächstes kam, hatten wir so nicht erwartet – einen kleinen Exkurs in die Geschichte der Region. Es gab quasi ein lebendiges Museum. Wir fuhren durch nachgebaute Gebäude, begleitet von den Erläuterungen des Train-Guides. Ab und an stoppten die Bahn und es gab kleine schauspielerische Einlagen am Wegesrand.

Hier im Nature Trail Park, hat man nicht nur das Wohn- und Arbeitsambiente historisch nachgestellt, sondern einen fast ganz natürlichen Lebensraum für einheimische Tierarten geschaffen. Hätten wir nicht in der Tschu-Tschu-Bahn gesessen, hätte ich nicht gemerkt, dass ich im Zoo statt in der Prärie bin.

Prärie-Landschaft im Zoo Sauvage

Prärie-Landschaft im Zoo Sauvage

Wir waren alle von der ersten Minute an restlos begeistert. Tatsächlich haben wir fast alle, der versprochenen Tierarten sehen können. Sie alle vor die Linse zu bekommen, haben wir gar nicht erst versucht, denn dann hätten wir es nicht mehr genießen können. Bison, Amerikanischer Schwarzbär, Moose, Wolf, Karibu, Schneegänse, Präriehunde, Grunzochsen & viele mehr, sie alle waren da. Es war absolut fantastisch! Durch den Wald, übers Wasser, vorbei an gigantischen Holzbrücken, durch die Prärie und wieder zurück! Ein Erlebnis, was ihr euch und euren Kindern gönnen solltet, wenn es euch in die Region verschlägt!

Ein Bison Männchen im Freigehege

Ein Bison Männchen im Freigehege

Schwarzbär im Freigehege - Zoo Sauvage

Schwarzbär im Freigehege – Zoo Sauvage

Ein Präriehund im Freigehege

Ein Präriehund im Freigehege

Ein Grunzochse/Yak im Freigehege

Ein Grunzochse/Yak im Freigehege

Wusstet ihr schon?

  1. Das Bisons einst die größte Population der einheimischen Landsäugetiere in Nordamerika darstellten? Heute stehen sie unter Artenschutz!
  2. Das Präriehunde verschiedene Laut- Sequenzen benutzen, um ihre Artgenossen vor Räubern zu warnen? Es gibt Rufe die bedeuten – Angreifer aus der Luft und andere die bedeuten – Angreifer am Boden.
  3. Das Grunzochsen eine wesentliche Rolle im Leben der Tibeter spielen? Sie werden zum Transport genutzt, ihr Fleisch ist als Lebensmittel unabdingbar und ihr Fell wird zu Kleidung verarbeitet.

Unser Fazit

Der Lac Saint Jean ist ein traumhaftes Ziel für den Sommerurlaub. Überhaupt finde ich, dass Quebec ein optimales Ziel für eine Fernreise mit Kindern ist, denn die Flugzeit ist die gleiche wie nach New York City! Und raus aus Montréal ist man direkt in der Natur!

Der See und seine Umgebung bieten alles für einen perfekten Sommer. Unzählige Wassersportmöglichkeiten, Camping deluxe oder im Nationalpark ganz einfach, Radfahren, Quad fahren oder eben ein Besuch im Zoo Sauvage!

Ihr seid immer noch nicht von Ostkanadas französicher Seite überzeugt? Dann schafft dies hoffentlich Stopp Nummer drei: DAS MINGAN ARCHIPEL!

Bis zum nächsten Mal!

Eure Ulrike